Liebet eure Feinde

      Liebet eure Feinde

      in Lukas 6,27 werden wir aufgefordert unsere Feinde zu lieben, Jesus fordert von uns das wir auch die andere Wange hinhalten, und da wenn jemand etwas von uns fordert wir es ihm nicht verweigern sollen. Nun ich denke es gibt kaum einen Vers über den so viel diskutiert wurde wie über diesen, ich selbst habe schon die abenteuerlichsten Auslegungen gehört, z.B. das mit dem hinhalten der anderen Backe eine Art Ausweichbewegung gemeint ist. Aber eigentlich zeigen diese Diskussionen und Überlegungen bloß das wir uns in diesem Punkt sträuben, wir wollen unsere Feinde nicht lieben wir wollen nicht die andere Wange hinhalten, wir wollen viel lieber zurückschlagen und dem anderen so richtig die Meinung sagen, wenn er uns blöd kommt. Ich persönlich denke das Jesus diesen Text ganz genauso gemeint hat wie er da steht, ohne Auslegung und diskutieren, wir sollen es einfach so machen wie es da steht. Aber wie soll das gehen, wie schaffe ich es meinen Feind zu lieben, auch die andere Wange hinzuhalten, soll ich also Böse Menschen und Umstände einfach kommentarlos hinnehmen? Wer jetzt ein "ganz einfach" erwartet wird enttäuscht, denn es ist nicht einfach im Gegenteil, die Umsetzung dieser Anweisung Jesu gehört zu den schwersten überhaupt, auch ich selbst bin noch weit von der Erfüllung entfernt, selbst von einem halbwegs praktikablen weg bin ich noch weit weg. Also zuerst mal, nein wir sollen das Böse nicht hinnehmen und auch nicht ignorieren, Jesus sagt uns das wir das Salz der Welt sein sollen, nicht ihr Fußabtreter. Jesus fordert uns nur auf Böses nicht mit Bösem zu bekämpfen, sondern mit Liebe. Wenn wir Ungerechtigkeiten sehen, wenn wir sehen wie Böses geschieht sollen wir etwas tun, wir sollen klar Stellung beziehen, und dieser Ungerechtigkeit diesem Bösen, mit Liebe entgegentreten, so wie Jesus es getan hat. Jesus hat nie Böses mit Bösem vergolten, im Gegenteil, er hat einen der Soldaten die ihn verhaftet haben sogar geheilt. Er hat seine Liebe und seinen Segen allen Menschen geschenkt, oder erinnert ihr euch bei der Speisung der 5000, an einen Zusatz, aber nur für die Netten? Und trotzdem hat er seine Meinung immer klar gesagt. Wie können wir jetzt dahin kommen, zuerst mal, als nicht Christ gar nicht, ein Mensch ohne Jesus kann allerhöchstens seine natürliche Reaktion unterdrücken, was zur Folge hat das sich das immer weiter staut und irgendwann, irgend ein armer Mensch die komplette Ladung abbekommt, obwohl er vieleicht nur vergessen hat zu Grüßen. Als Christen können wir es schaffen, daran glaube ich felsenfest und es ist mir in Einzelfällen auch schon gelungen. Der erste Schritt ist das wir geistig eine Trennung zwischen Mensch und Sünde Machen, wir müssen uns klarmachen das unser Gegenüber ein von Gott geplantes und erschaffenes Wesen ist, und das Gott ihn liebt, und das all das Böse an ihm nicht von Gott ist, sondern vom Feind in ihn hineingelegt wurde, also verdient nicht unser Gegenüber den Hass, sondern der Satan der Gottes perfektes Geschöpf entgegen seiner Bestimmung verdorben hat, und diesen Feind dürfen wir hassen. Das geht natürlich weder einfach noch von heute auf morgen, es wird seine Zeit dauern bis wir von der reinen Willensentscheidung zum wirklichen empfinden durchgebrochen sind, und noch viel länger bis es zu einem Automatismus wird ( ich hoffe, dass ich das noch erleben darf ). Das weitere Vorgehen beschreibt Jesus schon, wir sollen für diesen Feind beten ihn segnen, und natürlich ihm vergeben. Das sollten wir solange tun bis sich unser Herz gegenüber dieser Person ändert, keine Sorge, du bist nicht der einzige bei dem im ersten Moment nur ein wütend durch die Zähne gepresstes " der Herr segne dich" kommt, aber wenn wir dranbleiben wird sich unser Herz ändern, denn du kannst niemanden wirklich Segnen und für ihn beten und ihn gleichzeitig dauerhaft hassen. Auf jeden Fall sollten wir unseren Mitmenschen im ersten Moment, egal wie unser erster Eindruck von ihnen ist, mit derselben Höflichkeit und demselben Respekt begegnen den wir uns wünschen, und dann an der Liebe arbeiten. Das wichtigste ist aber, das wir Gott darin vertrauen, dass wenn wir ihn lieben und seinen Willen tun, alles was geschieht zu unserem Besten ist, selbst wenn es um Schläge geht. Ach ja nur nebenbei, wenn Jesus davon spricht das wir statt einer Meile, zwei Meilen mit einer Person gehen sollen, und das wir nicht nur den Mantel sondern auch das Gewand geben sollen, dann spricht er meiner Meinung nach von berechtigten Forderungen. Immerhin wird bei der Sache mit dem Mantel ein Klage im Sinne einer Gerichtsverhandlung erwähnt, und ein Römische Legionär hatte das recht jede Person ( ein einem besiegten Land ) aufzufordern sein Gepäck für eine Meile zu tragen.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe