Einmal Christ immer Christ? ( kann man als Christ verlorengehen? )

      Einmal Christ immer Christ? ( kann man als Christ verlorengehen? )

      Ich selbst habe mich aus verschiedenen Gründen immer mal wieder gefragt ob es möglich ist nach seiner Bekehrung wieder vom Glauben abzufallen, also verloren zu gehen. Ich selbst kenne auch einige Geschwister die sich das Fragen, bzw. die Angst davor haben verloren zu gehen. Leider scheint es als wäre das eine Art Tabuthema unter Christen und Lehrern, bzw. man bekommt im allgemeinen keine befriedigende Antwort, man bekommt gesagt als Christ könne man die Heilsgewissheit haben und müsse sich keine Sorgen machen, am schlimmsten finde ich ganz persönlich die Aussage, die ich leider immer wieder gelesen und gehört habe, ein Christ könne nicht verlorengehen, und wenn doch jemand vom Glauben abfällt war er nie wirklich bekehrt. Ich weiß das einen diese Aussage eigentlich beruhigen sollte, aber sie tut es nicht, eher das Gegenteil, denn wenn Menschen die in meinen Augen offensichtlich bekehrt und stark im Herren waren, dann abfallen, wie kann ich dann wissen ob meine Bekehrung echt war? Ich selbst war über einige Jahre sauer und tief enttäuscht von Gott, als meine Frau trotz intensiven Gebets schwer krank wurde, ich war verzweifelt und habe der Gemeinde und Geschwistern den Rücken gekehrt. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen wo mein Denkfehler war, knapp gesagt ich wurde von Christen enttäuscht und gab Gott die Schuld. In dieser Zeit war es nicht etwa so dass ich nicht mehr geglaubt hätte das Jesus unser Erlöser und Gott unser liebender Vater ist, dieser Glaube war fest verwurzelt und ich wusste die ganze Zeit das irgendwo im Hintergrund Jesus und der Vater mich im Auge haben und warten. Aber ich hatte in dieser Zeit defakto nichts mit Religion am Hut, ich war der festen Überzeugung das all die Aussagen der Bibel jedem gelten, außer mir ! Jesus hat mich, dem Herrn sei Dank, durch seine Liebe und Geduld wieder zu sich geführt, aber trotzdem denke ich das ich in dieser Zeit, aus eigener Entscheidung, verloren hätte gehen können ( hier nochmal Dank an alle die für mich gebetet haben in dieser Zeit, allen voran meine geliebten Frau ). Ich kenne auch einige Menschen die in der Zeit da ich sie kannte, Christen waren, oder sich bekehrt haben, und die jetzt mit Gott und Gemeinde nichts mehr am Hut haben, genauso gibt es einige Sekten die gezielt auf enttäuschte Christen ausgehen, um diese dann durch schönen Schein in die Irre zu führen. Waren alle diese Menschen wirklich nie echte Christen? Ich denke es ist anders, nicht umsonst werden wir in der Bibel oft aufgefordert dranzubleiben, nicht nach zu lassen, und immer die Verbindung zu Jesus zu suchen, wäre mit der "echten " Bekehrung wirklich alles in trockenen Tüchern, wären diese Aufforderungen unsinnig, denn jeder der das nicht tut und abfällt war ja ohnehin nie wirklich Christ. Auch erzählt Jesus bei seinem Gleichnis vom Sämann von Menschen bei denen der Same Wurzeln schlägt und später durch äußere Umstände wieder zugrunde geht, was für mich sehr klar aussagt das es sehr wohl vorkommen kann das man sich bekehrt und dann wieder abfällt, obwohl man ein richtiger Christ war. Wäre es nicht so, wären alle Gemeinden alle Lehren und alle Prediger, mit Ausnahme der Evangelisten überflüssig, denn mit der "echten" Bekehrung wäre alles gegessen und es bestünde keine Gefahr mehr abzudriften oder in eine falsche Richtung zu gehen und verloren zu gehen, denn wer verloren geht war nie ein echter Christ. Natürlich gibt es diese herrliche Stelle im Römerbrief das uns nichts aus Gottes Hand reißen kann, und ich stimme Paulus vollkommen zu, aber Gott ist kein Gewalttäter, und wenn wir uns entscheiden aus seiner Hand herauszugehen, wird er uns nicht mit Gewalt halten, er wird zwar mit offenen Armen auf uns warten, uns rufen, uns wissen lassen das er wartet, aber er wird uns nicht mit Gewalt zurückzerren. Also sage ich, ja es ist möglich das ein Christ verlorengeht, aber nur aus eigener Entscheidung, sicher ist das immer eine falsche Entscheidung, und sicher ist derjenige dann einer Lüge des Teufels aufgesessen, aber wenn er seinen Weg von Gott weg weitergeht bis zu seinem letzten Tag geht er verloren ( wohlgemerkt, ich glaube das er jeden einzelnen Tag die Chance hat umzukehren, und das Gott ihn das auch wissen lässt ). Sollten wir deshalb jetzt in Panik geraten, in Angst verfallen, denn wir könnten ja verlorengehen? Nein, aber wir sollten darauf achten das wir Jesus nicht als selbstverständlich hinnehmen, uns immer wieder bewusst machen was er für uns getan hat, und was er uns bedeutet. Wenn uns etwas verletzt oder stört, sollten wir nicht die Christliche Maske aufsetzen, sondern damit zu Jesus gehen, und so möglich, auch zu der Person selbst, oder auch zur Gemeinde. Immer wieder darauf achten das wir genügend geistige Nahrung erhalten, und unsere eigenen Wege um Auge behalten und prüfen woher sie kommen, und wohin sie führen. Und am wichtigsten immer im Gebet und nahe bei Gott bleiben, denn dann trifft zu was die Bibel sagt, die Freude am Herrn ist deine Stärke, und solange ich mich mit und über den Herrn freuen kann, bin ich auf der sicheren Seite und solange ich immer wieder seine Nähe suche, fällt es mir viel leichter die Lügen des Feindes zu erkennen, und Verletzungen zu vergeben und heilen zu lassen. Nochmal, verfallt nicht in Angst, aber nehmt auch nicht alles als selbstverständlich hin, und werft eure Masken weg, denn hinter euer Maske sieht Gott zwar wie es uns geht, aber wir neigen dazu unsere Masken auch vor Gott aufzubehalten, sie täuschen ihn zwar nicht, aber sie stellen eine Barriere zwischen ihm und uns dar.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe