Liebe zu Hass

      Liebe zu Hass

      Hass ist das Gegenteil von Liebe, und doch, so sagt man, liegen beide nahe beinander. Der Mensch der dich heute noch liebt, kann dich morgen schon hasse, weil du einen Fehler gemacht hast, weil du ihn enttäuscht hast, oder weil du ihn nicht zurück liebst.
      Liebe die nicht erwidert wird, Liebe die abgewiesen wird, verwandelt sich schnell in Hass, so sagt man, wenn das wahr ist, dann muss Gott die Menschen hassen, denn wir treten seine Liebe jeden Tag mit Füssen, und selbst ich als Christ enttäusche ihn jeden Tag mehrmals, auch wenn ich hin und wieder verssuche mir das Gegenteil einzureden.
      Also wenn "man" recht hat, dann hasst uns Gott, denn bei so viel Ablehnung, Zurückweisung und Verachtung muss seine Liebe längs in Hass umgeschlagen sein, und wir alle sind verloren, aber stimmt das?
      Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht4, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles6, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals. 1. Kor. 13,4

      So beschreibt die Bibel die wahre Liebe, Gottes Liebe. Dieser Spruch, zusammen mit einem schönen Sonnenuntergang auf einem Bild, hängt über meinem Bett, um mich daran zu erinnern. Ein Bett in dem ich schon eine Zeitlang nicht mehr schlafe weil der Mensch den ich Liebe krank geworden ist, und Bett und Zimmer in ein komplettes Chaos gestürzt hat, mich, wegen der Krankheit, zurückgewiesen und verleugnet hat, und anderes über das ich noch nicht schreiben kann. Empfinde ich deswegen Hass. Freunde, Bekannte und Geschwister im Glauben sind durch diese Krankheit abgeschreckt worden, weil sie damit nicht umgehen konnten, habe sich zurückgezogen und uns allein gelassen. Nicht alle aber viele, auch solche von denen ich es nicht erwartet hatte.
      Ich hätte also allen Grund dafür das die Liebe dich ich empfunden habe, für diese Menschen, und für den Menschen den ich Liebe, zu Hass werden zu lassen, denn ich war wirklich enttäuscht, fühlte mich zurückgestoßen und alleingelassen. Aber Hass kam nicht, Wut? Ja, Trauer? Jede Menge, aber kein Hass. Und das liegt nicht daran das ich so ein toller Christ bin, das kann ich euch versichern, aber das winzige Teil von Gottes Liebe, das in mir lebt, reicht schon um den Hass abzuwehren. Stattdessen ist da Hoffnung und Glauben daran das die Krankheit Heilung finden wird, und wir wieder gemeinsam unter diesem Bild, in dieser Liebe schlafen.
      Wenn wir und den Text aus 1. Kor. durchlesen erkennen wir, dass solche Liebe sich nie in Hass verwandeln kann, weil sie nie aufgibt, und nie aufhöht und sich nicht verbittern lässt. Wir lesen diesen Text und erkennen das die Liebe, die angeblich zu Hass wurde, nicht anderes war als Liebe zu sich selbst, man will sich selber besser fühlen, dadurch das der andere bei einem ist, einen Liebt, für einen da ist, und man hasst weil die Erwartungen nicht erfüllt wurden, der einzige Mensch der wirklich geliebt wurde, war man selber. Also wurde nicht Liebe zu Hass, denn das geht nicht, sondern die Eigenliebe hat dafür gesorgt das man hasst.
      Also zum Ende, Gott hasst uns nicht, er kann uns nicht hassen weil er uns wirklich liebt, und nicht nur sich selbst, und diese Liebe wird nicht vergehen, egal wie oft wir sie enttäuschen, zurückweisen und mit Füssen treten, sie ist immer da, gibt die Hoffnung nie auf, warte darauf das wir zurücklieben.
      Der Text klingt vieleicht ein bissel kitschig, aber besser kann ich mich neunmal nicht ausdrücken.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe