Können Christen von Glauben abfallen/ verloren gehen?

      Können Christen von Glauben abfallen/ verloren gehen?

      Das ist eine Frage die ich schon oft gehört habe und die, verständlich weise vielen Christen unter den Nägeln brennt. Bin ich, sobald ich mich bekehrt habe auf der sicheren Seite und komme auf jeden Fall in den Himmel, oder kann ich noch, durch eigene oder fremde Schuld verloren gehen? Viele Christen haben auch Angst vor dieser Frage, und leider muss ich sagen, dass viele Pastoren oder andere Menschen die das gefragt werden ihr ausweichen oder eine weichgespülte Antwort geben, getreu nach dem Motto, bloß nicht zulassen das Ärger bringen könnte.
      Besonderst oft habe ich in diesem Zusammenhang gehört, wer sich wirklich bekehrt hat kann nicht verloren gehen, Gott wird das nicht zulassen, und wenn jemand aus der Gemeinde sich abwendet und nichts mehr mit dem Glauben zu tun haben will, und dann auch noch stirbt, also sprich verlorengeht, war er nie wirklich bekehrt. Eigentlich sollte diese Antwort beruhigen, allerdings beruhigt sie mich nicht im geringsten, ich bin jetzt schon über 20 Jahre im Glauben, habe Höhen, aber auch Tiefen erlebt und auch einige Christen kennengelernt dich sich vom Glauben wieder abgewandt haben, und die, sollten sie nicht wieder zurückkommen, nach allem was ich in der Bibel lese, verloren gehen werden. Ich rede hier nicht von Menschen die ab und zu mal in die Gemeinde gekommen sind und dann eben nicht mehr, ich rede von Menschen die, als ich sie kennengelernt habe klar ihren Weg mit Jesus gegangen sind, und auch aktiv in der Gemeinde gewirkt haben.
      Wenn nun diese Menschen gar nicht wirklich bekehrt gewesen sein sollen, wie könnte ich sicher sein das ich es bin? Diese Menschen haben gebetet schienen voll der Freude am Glauben und hatten z.T. auch offensichtliche Geistesgaben, waren als Lehrer, Seelsorger und anderes in der Gemeinde tätig. Wer bin ich also das ich sagen könnte, die waren nicht wirklich bekehrt ich aber schon? Genau, man könnte es nicht sagen, deswegen halte ich mich auch mit dieser Frage an das was uns Jesus sagt. Zum einen warnt er seine Jünger wiederholt immer achtsam und bereit zu sein, nie nachzulassen im Glauben und im Gebet, denken wir nur an das Gleichnis mit den 10 Jungfrauen, oder an das Gleichnis mit der verreisten Hausherren und den Dienern die Wache halten sollten. Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn enthält am Ende eine solche Warnung. Am deutlichsten wird es aber für mich im Gleichnis vom Sämann. Klar die Samen auf dem Weg sind Menschen die zwar von Jesus gehört haben, aber sich nicht bekehrt haben. Aber was ist mit den Samen zwischen den Felsen oder denen unter den Dornen?

      In beiden Fällen sagt Jesus klar, dass diese Menschen das Wort aufgenommen haben und das es in ihnen Wurzeln geschlagen und zu wachsen begonnen hat, aber das es, durch verschiedene Umstände wieder verdorrt ist, sprich diese Menschen haben eine wirkliche Bekehrung erlebt aber haben ihren Glauben wieder verloren. Moment werden einige sagen, Paulus schreibt das uns keine Macht aus der Hand Gottes reißen kann! Paulus hat recht, niemand kann uns aus der Hand Gottes reißen, aber wir können, aus freien Stücken aus der Hand klettern.

      Ich denke es ist möglich das ein Christ wieder verlorengeht, durch eigene Schuld, nicht umsonst warnt uns Jesus vor Sorgen und anderen Dingen, denn diese können , wie die Dornen im Gleichnis, unseren Glauben unterdrücken und schließlich zum absterben bringen, das liegt alleine bei uns, wir sind verantwortlich dafür unseren Glauben am Leben zu halten indem wir ihn pflegen und aufkommende Dornen ausreißen. Aus demselben Grund halte ich nichts von , nennen wir sie Friede, Freude, Eierkuchen, Predigern, die uns erzählen mit Jesus würde alles gut, und alle Probleme würden sich in Luft auflösen, es gibt tatsächlich Gemeinden mit einer solchen Mentalität und hier sind wir bei den Samen auf den Felsen, denn ein Christ der eine solche Glaubenseinstellung hat wird natürlich sobald dann doch Sorgen und Probleme auftauchen, oder alte nicht verschwinden schnell den Glauben und den Mut verlieren, und noch schlimmer in Gemeinden die diese Glaubenseinstellung haben werden Menschen mit Sorgen oft alleingelassen oder sogar ausgegrenzt, sie stören halt das Gesamtbild. Ich sage euch in keinem Fastnachtsumzug gibt es mehr Maskenträger als in solchen Gemeinden.

      So und zum Schluss noch etwas aufbauendes. Wie am Anfang geschrieben habe ich auch schon Tiefen erlebt, es gab sogar eine Zeit in der ich nahe daran war komplett den Glauben zu verlieren, ich war schrecklich enttäuscht von Gott, vor allem aber von seinem Bodenpersonal. Ich habe keine Gemeinde besucht in dieser Zeit, und war der Überzeugung das die Aussagen der Bibel für alle gelten nur nicht für mich, das ich Gott schlich egal wäre. Das war eine schwere Zeit, obwohl ich die Existenz Gottes oder Jesu nie bezweifelt habe, ich glaube auch nicht, dass das jemand kann der sich wirklich bekehrt hat, ich habe mich "nur" abgewandt. Aber während der ganzen Zeit wusste ich das Jesus da ist, er war wie ein stummer Beobachter der am Rande meines Sichtfeldes wartete, nicht etwa spöttisch oder hämisch, sondern einfach abwartend ohne irgendeinen Zwang aber immer bereit falls ich mich wieder umwenden würde... Ich kann es nicht wirklich beschreiben... ich wusste einfach er ist da und wartet auf mich. Und ich glaube, das dass für jeden Christen gilt der sich abwendet, Jesus wird ihn nie loslassen und immer fühlbar in seiner Nähe bleiben ohne ihn zu bedrängen, aber immer hoffend und mit offenen Armen wartend.

      Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich finde es ist viel beruhigender zu wissen das man sich zwar abwenden kann, und vieleicht auch verlorengehen, aber das Jesus bis zum Ende liebevoll versuchen wird uns zurückzuholen, als mir immer unsicher sein zu müssen ob ich wirklich bekehrt bin, denn das bin ich, im Wort Gottes steht ganz genau was das bedeutet. Deswegen sage ich auch hier, glauben wir dem was Jesus sagt und halten wir uns an das Wort Gottes.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe