Realitätsflucht am PC, was wenn der Spaß zur Sucht wird?

      Realitätsflucht am PC, was wenn der Spaß zur Sucht wird?

      Da man mich, im Bezug auf diesen Post, gefragt hat wie ich meine anfangende Realitätsfluch am PC überwunden habe, schreibe ich nochmal ausführlich zu dem Thema. Zuallererst hat mir geholfen das ich Christ bin, ist ja klar, denn dadurch habe ich immer jemanden zum reden, der mir zuhört und hilft, und jemand der einem Beisteht ist immer eine große Hilfe. Aber jetzt man zu den praktischen Dingen, ich schreibe hier zwar speziell im Bezug auf den PC aber die meisten Tipps, oder Anregungen lassen sich bei jeder Art der Realitätsfluch anwenden, da das Problem im Kern ja dasselbe ist. Am PC gibt es grob gesehen 4 Arten der Realitätsflucht ( ich lasse man das Porno schauen weg, das ist zwar auch eine Art Flucht, aber ein Thema auf das man einzeln eingehen müsste ). Die erste Art ist das sinnlose surfen durch Netz, man klickt sich ohne jeden Sinn von Seite zu Seite und betäubt den Geist mit bunten Bildern, lustigen Videos und ähnlichem, die zweite Möglichkeit sind Spiele, hier hat man den Effekt das man sich virtuelle Erfolge sucht, und damit das was einem im Leben fehlt kompensiert, Möglichkeit 3 sind die immer populärer werdenden sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, Foren, Chatrooms und co. Hier hat man die Möglichkeit mit Menschen zu kommunizieren, an deren Leben teilzuhaben und Freunde zu finden, ohne dabei selbst etwas von uns preisgeben zu müssen, wir verdrängen dabei schlicht das diese virtuellen "Freundschaften" nicht echt sind, denn die anderen geben auch nur das Preis was sie wollen, und solange wir nicht bereit sind uns wirklich zu öffnen und Nähe zuzulassen, ist keine Beziehung möglich, die vierte Möglichkeit, und hier haben wir auch meinen Favoriten, sind Online Rollenspiele, hier kombiniert man die Faktoren von sozialen Netzwerken und Spielen, und hat außerdem noch die Möglichkeit ein komplette virtuelle Realität für sich selbst, bzw. da man ja eine Figur spielt, für die Person die man gerne wäre, zu schaffen, wirklich hochgradig suchtgefärdend. Wie gesagt ich rede jetzt nicht von der kleinen Realitätsflucht, wenn man abends nach der Arbeit eine Stunde abschalten und den Alltag mal kurz vergessen mag, das tut jeder, und das ist auch gesund, ein Problem haben wir erst wenn die Realität von der virtuellen Realität in den Hintergrund gedrängt wird. Versucht einfach mal ein paar Tage auf eure " Droge " zu verzichten, dann werdet ihr merken ob ihr ein Problem habt.

      Zu aller erst muss man erkennen das man ein Problem hat, der schöne Spruch: " Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung" trifft hier, wie bei den meisten anderen Süchten auch, voll zu. Solange man nicht erkennt das man ein Problem hat, kann einem auch nichts helfen, und diese Erkenntnis muss von einem selbst kommen, da hilft werde Zureden, noch Schimpfen oder Drohen, solange man selbst nicht erkennt das man Hilfe braucht, ist jedes bemühen zum Scheitern verurteilt.
      So nun haben wir erkannt das ein Problem da ist, was tun wir jetzt, dem PC wegwerfen? Das wäre natürlich sinnlos, denn man würde, wie man so schön sagt, das Symptom angehen ohne das eigentliche Problem zu beheben, was dazu führen würde, dass man sich ein anderes Mittel zu Realitätsflucht sucht. Wir reden hier nicht umsonst von einer Flucht, denn genau das ist es, aus irgendeinem Grund ist einem die Realität so unerträglich das man davor fliehen muss.
      Es gibt verschiedene Gründe warum die Realität unerträglich wird, der erste ist wohl ein einschneidendes negatives Ereignis im Leben, etwa eine Trennung, ein persönlicher Verlust, verlorene Arbeitsstelle eben etwas das uns derart belastet das wir es verdrängen wollen und in eine andere Heile Welt flüchten. Das einzige was hier hilft ist sich den Tatsachen zu stellen, akzeptieren was geschehen ist und damit Leben und zwar so schnell wie möglich, denn wie bei Vilen derartigen Problemen, werden sie mit der Zeit immer grösser. Zwar heilt die Zeit alle Wunden, aber nur wenn man sie auch zulässt. Es kann vorkommen das man es nicht schafft sich diesem Ereignis zu stellen, das ist keine Schande, es gibt eben Dinge im Leben die zu groß sind um sie ohne Hilfe zu stemmen. Dann suche dir einen Freund der dir Hilft ( wir Christen sollten uns natürlich zuerst an Jesus wenden, aber auch wir können uns an Freunde wenden, Jesus kann auch durch andrer Personen wirken ) oder, wenn gar nichts hilft, sucht man sich professionelle Hilfe, auch das ist keine Schande. Auf jeden Fall muss man sich wieder der Realität stellen, sonst geht man im schlimmsten Falle, in der falschen Realität unter.
      Ein zweiter Grund kann sein das uns Sorgen und Probleme den Alltag unerträglich machen, das können Geldsorgen sein, Stress auf der Arbeit, Probleme in der Beziehung zum Ehepartner, bei Schülern sind es oft Zukunftsängste, Schulstress, schlechte Noten oder auch Mitschüler die einen Mobben und unter Druck setzen. Auch hier muss man das eigentlich Problem angehen, die Sorgen und Probleme verschwinden nicht wenn man vor ihnen flieht, im Gegenteil, sie werden immer grösser. Also muss man das eigentlich Problem angehen, etwa sich Hilfe von einem Schuldnerberater suchen, mit dem Chef reden oder im schlimmsten Falle nach einer neuen Stelle umsehen, dem Ehepartner sagen wo das Problem liegt, und gemeinsam oder auch mithilfe eines Eheberaters daran arbeiten. Den Eltern erzählen wo in der Schule der Schuh drückt, denkt daran, sie wollen nur das Beste für euch, und wenn sie euch derart unter Druck setzen das ihr es nicht mehr aushaltet sagt es ihnen, sie tun das sicher nicht mit Absicht. Wenn das Problem andere Schüler oder Gruppen sind, sucht euch auch hier Hilfe, geht zum Vertrauenslehrer, zu euren Eltern oder zu jemandem dem ihr vertraut und geht das Problem an, lasst nicht zu das eure Probleme euch in die Flucht schlagen, sondern schlagt sie in die Flucht.
      Ein dritter Grund der häufiger ist als man denkt, ist die Langeweile, das eigene Leben hat den bitzelnden Geschmack von Reiskeksen und fühlt sich so aufregend an wie nasse Klamotten, all die Träume; Wünsche und Vorstellungen die wir haben, und hatten, sind nur Schall und Rauch, also suchen wir uns ein anderes, virtuelles Leben das so aufregend ist wie wir es uns vorstellen. Wie ich schon sagt, das ist ein häufiges Problem, gerade auch in unserer Gesellschaft wo vieles geregelt ist und der Tag oft im selben Trott abläuft. Hier müssen wir uns der Erkenntnis stellen, das wir selbst die Ursache des Problems sind, wir gestalten unser Leben, wenn es also langweilig ist, sind wir auch selbst schuld. Grund dafür ist häufig das wir uns in der Realität nicht trauen einen Schritt zu tun, der unser Leben interessanter machen würde. Wir fürchten uns davor unsere Träume, unsere Wünsche, anzugehen, denn es könnte ja schiefgehen, wir könnten einen Finanziellen Verlust erleiden oder Feststellen das das ersehnte in Wirklichkeit nicht so toll ist wie wir es uns vorgestellt haben, eine Enttäuschung könnte auf uns lauern. Aber dem müssen wir uns stellen, wenn dein Leben dir zu langweilig ist, mach es aufregender, das kannst nur du, und niemand wird das für dich übernehmen, trau dich Schritte zu machen, fang mit Kleinigkeiten an, gehe in einen Verein und stell dich der Möglichkeit neue Bekanntschaften zu machen, such dir ein Hobby oder ähnliches, glaub mir alles ist besser als deine Sehnsüchte am PC auszuleben, in Wirklichkeit bist du dort nämlich lebendig begraben und hinzu kommt, wenn du zu sehr in dieser Virtuellen Realität aufgehst, werden im wirklichen Leben immer mehr Probleme auflaufen, dann wird es vieleicht etwas aufregender, aber nicht so wie du es dir wünscht.
      Natürlich klappt das alles nicht von heute auf morgen, und die Sucht wird auch nicht sofort verschwinden, sondern immer eine Gefahr sein, wie das Süchte neunmal so an sich haben. Wenn du also dagegen angehen willst, dann unternimm die Schritte die ich oben genannt habe, wenn du ein ganz spezielles Problem hast stehe ich dir natürlich auch gerne mit Rat und Gebet zur Seite, natürlich nicht öffentlich im Forum sondern Anonym. Das nächste was du tun muss ist deine PC Zeit zu regeln, beschränke dich, sag z.B. eine Stunde am Tag und gut ist, lass dir auch dabei helfen, denn auch diese Sucht muss bekämpft werden, wenn du es schaffst ( oder lass mich lieber sagen, wenn du es dir leisten kannst, denn in unserer Zeit sind wir zum Teil sehr auf den PC angewiesen ) schalte die Kiste auch mal für eine Woche ab, und tu was du dir vorgenommen hast, wenn du erst angefangen hast deine Probleme anzugehen, und nicht vor ihnen wegzulaufen, wird der PC wieder zu dem Was er sein soll, ein Hilfsmittel für den Alltag.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe