Christ am Steuer

      Christ am Steuer

      Ich habe festgestellt das es scheinbar nur recht wenige Christen gibt, die ihr Christsein mit hinter das Steuer nehmen, und ein Gutteil derer die es tun, übertreiben es dann derart dass sie ihr Mitmenschen zum Zorn reizen.
      Aber befassen wir uns zuerst mit den Geschwistern die ihr Christsein komplett ablegen sobald sie im Auto sitzen, und von denen gibt es wirklich einige, wobei ich mich selber leider auch nicht Komplett rausnehmen kann.
      Woran liegt es wohl das wir uns hinter dem Steuer nicht so verhalten, wie wir es an anderer Stelle tun, dass wir alle Langmut, Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung vergessen und unsere Nächsten ( gemeint sind alle anderen Verkehrsteilnehmer ) Wüst beschimpfen, Hupen drohen und uns über jeden, vieleicht auch nur imaginären, Fehler der anderen unfassbar aufregen und ihnen die Pest an den Hals wünschen, außerdem glauben viele Christen scheinbar das Verkehrsregeln, und hier vor allem Geschwindigkeitsbeschränkungen, nicht wirklich bindend für sie sind. Ich denke es liegt daran das wir uns im Auto unbeobachtet fühlen, wir legen unsere christliche Maske ab und lassen all das heraus was wir die restliche Zeit herunterschlucken, denn im Auto sind wir oft allein, und scheinbar anonym, also lassen wir unseren Gefühlen freien Lauf, die wir ansonsten unterdrücken, wo wir im Büro Unmut herunterschlucken und stattdessen " erlöst lächeln " lassen wir hinter dem Steuer alles doppelt raus. Hinzu kommt noch die Angewohnheit vieler Geschwister, immer etwas zu spät zu kommen, dadurch sind wir hinter dem Steuer noch zusätzlich gestresst und fahren zu schnell. Also sind wir schon wieder bei Masken, und bei dem Umgang mit unseren Gefühlen, denn natürlich sollten wir auch im Straßenverkehr Christen sein, und so Fahren wie wir es von einem Christen erwarten, aber das werden wir nur dann schaffen, wenn wir ehrlich mit unseren Gefühlen umgehen, mit unserer Wut und unserem Unmut direkt zu Gott gehen und das Problem ausräumen, und nicht schon wieder Masken tragen, denn dann haben wir es nicht nötig diese im Straßenverkehr abzunehmen. Ein kleiner Tipp am Rande, ich habe festgestellt das es hilft Autofahrer die ich am liebsten verfluchen würden, weil sie scheinbar ihren Führerschein bei einer Tombola gewonnen haben ( wie schon gesagt, auch ich Kämpfe noch an dieser Front ) zu segnen, das bremst zumindest meinen Unmut gewaltig, selbst wenn der Segen zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorkommt, es fällt schwer schlecht über jemanden zu denken, den man gerade gesegnet hat, außerdem ist im Auto, vor allem bei langen Fahrten, Lobpreismusik zum mitsingen, immer eine gute Sache.
      Und nun noch ein Wort zu den Geschwistern die glauben Christ am Steuer hieße alles übergenau zu nehmen, immer mindestens 10km/h unter dem Tempolimit zu bleiben, 100m vor der Ampel zu bremsen und ganz allgemein so zu fahren als hätte man vorher eine Packung Valium genommen. Mit einem solchen Fahrstil bringen wir tatsächlich nur unsere Mitverkehrsteilnehmer gegen uns auf, man sollte ganz normal Fahren, vorrausschauen und zuvorkommend, jeder der an einer Seitenstraße ewig gewartet hat wird sich zum Beispiel freuen wenn man ihn rein lässt, aber jeder der die letzten 10km hinter euch herschleichen musste wird wütend sein, und irgendjemand wird diese Wut ausbaden müssen.
      Also liebe Geschwister, wenn ihr das nächste Mal ins Auto steigt, denkt daran das Jesus mit euch in diesem Auto sitzt, und verhaltet euch auch so, immerhin haben ja viele von uns einen Fisch, oder andere Christliche Aufkleber auf dem Auto, also sollten wir auch hier Zeugnis sein.
      Christentum und Jesus sind nicht mein Hobby, sondern meine Lebensaufgabe